Lustspiel von Heinrich von Kleist
Regie Markus Bartl | Ausstattung Philipp Kiefer
Walter, Gerichtsrat Olaf Schürmann | Adam, Dorfrichter Reinhard Peer | Licht, Schreiber Jochen Decker | Frau Marthe Rull Paula-Maria Kirschner | Eve, ihre Tochter Ines Schmiedt | Veit Tümpel, ein Bauer Klemens Neuwirth | Ruprecht, sein Sohn Tobias Ulrich | Frau Brigitte Ksch. Ursula Erb / Antonia Reidel | Margarete, eine Magd Myriam Utz
Eine Wunde klafft auf Dorfrichter Adams Stirn und ausgerechnet heute fehlt auch noch seine Perücke. Marthe Rull ist gekommen, um einen unbekannten Täter anzuklagen, der in der vorangegangenen Nacht einen Krug zerbrochen hat. Sie hat natürlich schon einen Verdacht: es kann nur der Verlobte ihrer Tochter Eve gewesen sein, der ihr des Nachts einen heimlichen Besuch abgestattet hat. Gerichtsrat Walter zwingt Adam dazu, den Prozess sofort abzuhandeln. Doch der Richter versucht mit allem Eifer, mehr Dunkel als Licht in den Fall zu bringen ... denn er selbst ist der Gesuchte. Doch was wollte Adam eigentlich nachts in Frau Marthe Rulls Haus? Nicht nur mit seinen sieben Theaterstücken gilt Heinrich von Kleist (1777-1811) noch heute als einer der virtuosesten und hintergründigsten Dichter der deutschen Klassik. Mit dem Zerbrochnen Krug schuf er das sicherlich beste deutsche Lustspiel, bei dem er den Zuschauer zum unmittelbaren Zeugen einer Gerichtsverhandlung macht, in der der Fall Schritt für Schritt enthüllt wird. Dieses analytische Verfahren rückt die Komödie in die Nähe von Sophokles‘ König Ödipus. Kleist selbst war sich dieses Zusammenhangs bewusst, gestaltete sogar den Zerbrochnen Krug nach Vorbild des Ödipus, indem er Suchenden und Gesuchten in der Gestalt des Richters Adam vereinte.
Premieren Landshut 26.10.12 | Passau 10.11.12 | Straubing 13.11.12
Vorstellungsdauer 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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