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Burgenfestspiele 2013
 

BURGENFESTSPIELE NIEDERBAYERN 2013 - PROGRAMM


JEDERMANN

Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal

Gott weist den Tod an, Jedermann vor seinen Thron zu bringen, damit er Rechenschaft über sein Leben ablege. Jener ist jedoch gerade dabei, sich nach einem Lustgarten für seine Buhlschaft umzusehen. Andere Menschen scheinen ihm nicht besonders wichtig: der arme Nachbar wird von ihm abschätzig behandelt und der Schuldknecht seinetwegen sogar eingekerkert. Auch die Ermahnungen seiner Mutter zu einem gottesfürchtigen Leben helfen nicht weiter. Viel lieber feiert Jedermann mit seiner Buhlschaft ein rauschendes Fest. Als er auf jenem Bankett vom Tod abberufen wird, wird es allerdings sehr einsam um ihn….

Jedermann ist ein sakrales Spiel von den letzten Dingen des Lebens, das bereits im Mittelalter aufgeführt wurde. Hofmannsthal bearbeitete die anonym überlieferte, englische Dramatisierung Everyman von 1509 zu einem zeitlosen, allegorischen Spiel. Dazu befreite er die Figuren aus ihrer konventionellen Festlegung, schuf jedoch eine Sprache, die dem Charakter der alten Mysterienspiele in ihrer Volkstümlichkeit sehr nahe kommen sollte. 1911 wurde dieser Hofmannsthalsche Erneuerungsversuch in Berlin zum ersten Mal in Szene gesetzt, bevor er neun Jahre später zur Gründung der Salzburger Festspiele wieder auf die Bühne kam und seitdem alljährlich zu den Publikumsattraktionen des Festspielprogramms gehört. Damit ist es das einzige Bühnenspiel des Mittelalters, das sich in bearbeiteter Form bis heute im Theater halten konnte.

Regie
 Peter Rein | Ausstattung Bodo Demelius | Musik Peter Wesenauer

RIGOLETTO

Oper von Giuseppe Verdi

 

Der Hof des Herzogs von Mantua ist eine trostlose Welt voller Zynismus und Wollust. Keine Frau ist vor seinen Nachstellungen sicher. Der bucklige Narr Rigoletto beteiligt sich mitleidlos an den Späßen. Gleichzeitig hält er seine Tochter Gilda vor der Außenwelt versteckt. Als der Vater einer entehrten Tochter ihn und den Herzog verflucht, verliert er nur kurz seine Fassung und reagiert mit beißendem Spott. Doch auch die Höflinge sinnen inzwischen auf Rache an dem Narren: sie entführen die Tochter Rigolettos, die sie für seine Geliebte halten, und führen sie dem Herzog zu. Für diesen nur ein weiteres Abenteuer, für Gilda die große Liebe. Als Rigoletto davon erfährt, setzt er einen teuflischen Racheplan in Gang, an dessen Ende sich der Fluch auf tragische Weise erfüllt...

Für die Geschichte des Hofnarren Rigoletto stand Victor Hugos Skandalstück Le roi s’amuse Pate. Dieses Amüsement findet auf Kosten der Untertanen statt, und die Zensurbehörden verhinderten eine Oper, in der ein König als Wüstling und Frauenheld dargestellt wurde. Zum Glück für die Nachwelt rückte der Hofnarr anstatt des Herrschers in den Mittelpunkt. Rigoletto wurde 1851 im Teatro La Fenice uraufgeführt, frenetisch bejubelt und begründete den weiteren Weltruhm des Komponisten. Seitdem kennt jeder die Canzone „La donna è mobile“ – doch sie ist nur die bekannteste Spitze eines Eisberges genialer musikalischer Einfälle. Der kühne Stoff inspirierte Verdi zu höchster dramatischer Ausdruckskraft, der Legende nach schuf er die Oper in nur 40 Tagen. Die einzelnen Musiknummern gehen unmerklich ineinander über, es entsteht ein Werk von gleichermaßen dramatischer wie musikalischer Geschlossenheit.

Musikalische Leitung Basil H. E. Coleman | Regie Nilufar K. Münzing | Ausstattung Charles Cusick Smith & Philip Ronald Daniels

KOL NIDREI

Konzert

Mit dem Konzertprogramm „Kol Nidrei – Ich bin der Welt abhanden gekommen" erinnert das Landestheater Niederbayern an den jüdischen Teil der deutschen kulturellen Identität auf dem Weg in die Moderne. Hierzu sollen verschiedene Künste miteinander in einen le-bendigen Dialog treten: Mit Sprache und Musik in Kompositionen von Franz Schubert, Max Bruch und Gustav Mahler (Jennifer Davison, Sopran; Jingjing Zhu, Violoncello; Basil H. E. Coleman, Klavier), mit Skulpturen von Basil H. E. Coleman und Tanz in der Choreographie von Jonathan Lunn.

Musikalische Leitung Basil H. E. ColemanDramaturgie Thomas Krümpelmann