DIE SPIELZEIT 2020/2021

LIEBES, HOCHVEREHRTES PUBLIKUM!

 

Seit Monaten lesen wir kaum aktuelle Texte, die nicht irgendwo mit dem Zusatz „Stand heute“ und einem Datum versehen sind. Jeder, der sich äußert, ist sich bewusst, dass die Aussage von heute morgen bereits mehrfach überholt sein kann. So bleibt auch uns nichts anderes übrig, als zu betonen, dass „heute“ Ende Juni 2020 ist und dass wir aktuell alles tun, um für Sie eine neue Spielzeit 2020/2021 unter neuen, noch unbekannten Bedingungen vorzubereiten. Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen wurde uns allen sehr bewusst, dass der Internet-Live-Stream am Wesenskern von Theater vorbeizielt. Wir sind die eine Kunstform, die gerade erst dadurch entsteht, dass wir alle uns in einem Raum einfinden, in dem wir uns gegenseitig spüren können: die Darsteller und Musiker gegenseitig und wir alle Sie und Sie uns und sich gegenseitig. Auch für Sie besteht jeder Abend im Theater ja aus weit mehr als „nur“ der Vorstellung – Sie bereiten sich vor, Sie machen sich fertig, Sie treffen Verabredungen, Sie treffen Menschen im Theater und gehen anschließend noch gemeinsam aus.

 

Egal wie die kommenden Regelungen nun aussehen werden: Wir wollen das wieder möglich machen! Die Option, dass es jetzt kein Theater gibt, „bis das alles vorüber ist“, steht nicht im Raum. So sind wir jetzt gefragt, kreative Lösungen zu erarbeiten, um Ihnen unter veränderten Voraussetzungen eine komplette Spielzeit mit vielen aufregenden Produktionen anbieten zu können. Aktuell arbeiten wir an einer ersten Spielzeithälfte bis einschließlich Januar, die sich im Hinblick auf Darstellungsvorgänge, Abstände unter Mitwirkenden und Inhalten an den aktuell geltenden Regelungen orientiert.

 

Wir möchten wie geplant mit der Operette Die Fledermaus starten – ein Stück über eine Fledermaus und einen Ball mit Maskenpflicht, wie gemacht für unsere Zeit! Parallel halten wir auch am angekündigten Urfaust fest, flankiert von dem bedrückenden Einpersonen-Stück Der Reichsbürger und dem Lebens- und Liebesdrama Love Letters. Es folgt Madama Butterfly von Puccini und die weltberühmte „griechische Tragödienkomödie“ Geliebte Aphrodite von Woody Allen. Die lang erwartete Fortsetzung unserer Italo-Pop-Revue Azzurro soll als AzzurroDue im Herbst herauskommen, noch vor Weihnachten eine Zauberflöte und das berührende Schauspiel The King’s Speech.

 

Wir sind sehr zuversichtlich, für die genannten Titel kreative Lösungen zu finden, die allen Vorschriften Rechnung tragen und dabei aber die Kunst eher beflügeln als hemmen. Es wird alles ein wenig anders aussehen als gewohnt – und auch anders klingen: aktuell erlauben wir uns noch keine Voraussagen darüber, wann wir unser Orchester wieder in der gewohnten Stärke werden einsetzen dürfen. Dies als Vorab-Information zum aktuellen Stand der Dinge und als Übersicht über die Spielzeit bis zum Januar 2021. Wenn wir uns unter den neuen Bedingungen wieder eingespielt haben, hoffen wir, die Spielzeit ab Februar 2021 wie folgt fortzusetzen: Im Schauspiel wollen wir In einem Jahr mit 13 Monden, Die unsichtbare Hand, Die Zofen und eine Romanadaption nach Oskar Maria Graf, Die Ehe des Herrn Bollwieser, herausbringen. Das Musiktheater harrt noch der Deutschen Erstaufführung der Oper Herkules am Thermodon von Antonio Vivaldi. Ob wir unseren Ring mit der Walküre schon fortsetzen können, ist noch ungewiss. Ebenso, in welcher Form wir 2021 die Burgenfestspiele Niederbayern durchführen können, wir würden gerne den entfallenen Watzmann nachholen und mit einer großen Oper flankieren. Im Herbst trauen wir uns genauere Vorhersagen zu, bis dahin danken wir für Ihr Verständnis und wünschen viel Freude bei unseren Vorstellungen.

 

Wir freuen uns unendlich darauf, Sie bald wieder in unseren Theatern zu begrüßen!

 

Sehr herzlich
Ihre

Intendant Stefan Tilch
und Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman

Stand: Juli 2020 

Wir bitten Sie, bei Ihrem Theaterbesuch die Regeln zu beachten, die uns seit über einem halben Jahr im Alltag begleiten: Tragen Sie zu Ihrem eigenen Schutz und dem Ihrer Mitmenschen eine Mund-Nase-Bedeckung, nutzen Sie die bereitgestellten Möglichkeiten zur Händedesinfektion und halten Sie 1,5 m Abstand zu anderen Besuchergruppen, vor allem an der Garderobe, der Abendkasse, an der Getränketheke, sowie beim Betreten des Zuschauerraumes und Verlassen des Theaters. Zudem bitten wir Sie, nur die auf den Karten ausgewiesenen Plätze einzunehmen – vom Theater gesperrte Sitzplätze dürfen nicht genutzt werden. Es wird darum gebeten, den Anweisungen des Saalpersonals jederzeit Folge zu leisten.