PARSIFAL

Bühnenweihfestspiel von Richard Wagner

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Inhalt

ZAUBERMUSIK Wagners transzendierende Musik überwältigt durch mystisch-sakrale Klangwelten. Die weihevollen diatonischen Gralsthemen stehen der chromatisch-sinnlichen Harmonik von Klingsors Zauberreich gegenüber. Wagner verwebt auf undogmatische Weise christliche Symbolik und rituelle Zeremonien wie Abendmahl, Taufe und Karfreitagszauber mit buddhistischer Lehre und Schopenhauers Philosophie.

KRÖNENDER ABSCHLUSS Das Leitungsteam aus Intendant Stefan Tilch und GMD Basil H. E. Coleman verabschiedet sich zum Ende der Saison 2025/26 nach mehr als zwei Jahrzehnten vom niederbayerischen Theaterpublikum und fährt aus diesem Anlass nochmal ganz große Geschütze auf. Einer ihrer Schwerpunkte bei der Spielplangestaltung war die Aufführung fast aller Werke Richard Wagners: Was 2015/16 mit der niederbayerischen Erstaufführung von Tristan und Isolde begann und 2019-23 mit Der Ring des Nibelungen fortgesetzt wurde, findet nun den krönenden Abschluss in der Beschäftigung der beiden Wagner- Enthusiasten mit dessen letzter Oper, dem Bühnenweihfestspiel Parsifal, in dem der Meister noch einmal alle seine großen Themen behandelte: Mitleid, Erlösung und Selbsterkenntnis durch Wissen.

DER REINE TOR Eine keusch lebende Ritterschaft unter dem König Amfortas hütet zwei lebenspendende Reliquien: den heiligen Speer und den heiligen Gral. Der Zauberer Klingsor hat bereits den Speer in seinen Besitz gebracht, mit dem er Amfortas eine nicht heilende Wunde zufügte. Seitdem verlängert jede Enthüllung des Grals, die den Brüdern eigentlich Kraft und Jugend verleiht, Amfortas‘ Lebensqual. Erlöst werden kann er einzig von einem durch Mitleid wissenden Toren. Als ein Jüngling in dem Gralsbezirk aus Unwissenheit einen heiligen Schwan tötet, glaubt Gurnemanz in ihm den lang ersehnten Erlöser zu erkennen. Doch der Jüngling gerät in die Fänge von Kundry, die ihn in Klingsors Zaubergarten zu verführen versucht. Sie nennt ihm auch seinen Namen: Parsifal. Als Kundry ihn küsst, wird sich Parsifal schlagartig seiner Sendung bewusst. Er erliegt Kundrys Reizen nicht und gewinnt von Klingsor den Speer, wodurch dessen böser Zauber gebrochen wird. Doch erst nach langen Irrfahrten gelangt Parsifal an einem Karfreitagsmorgen wieder in die Gralsgemeinschaft. Kann er Amfortas‘ Leiden beenden?

Die Vorstellungen in Passau finden in der Dreiländerhalle statt.

Das Programmheft in Auszügen finden Sie hier.

Termine

Sonntag, 17. Mai 2026
Einführung
Passau - Foyer
11:00 Uhr
Einführung (Theaterfrühschoppen/Frühstück ab 10.15 Uhr)
Weitere Informationen Eintritt frei
Sonntag, 24. Mai 2026
Premiere
Passau - Dreiländerhalle
16:00 Uhr
Freier Verkauf - Premieren-Abo - Samstag-Abo - Sonntagnachmittag-Abo
Freitag, 29. Mai 2026
Zum letzten Mal in Passau
Passau - Dreiländerhalle
17:00 Uhr
Freier Verkauf - Freitag-Abo A - Freitag-Abo B
Keine weiteren Termine in dieser Spielzeit

Kreativteam

Musikalische LeitungBasil H. E. Coleman
ChoreografieSunny Prasch
ChorleitungGuiran Jeong

Besetzung

Zusatzinfos

Premiere
Landshut, 02.04.2026
Passau, 24.05.2026
Straubing, 14.04.2026
Einführung
Landshut, 02.05.2026
Landshut, 04.04.2026
Landshut, 14.05.2026
Landshut, 29.03.2026
Passau, 17.05.2026
Straubing, 14.04.2026
Dauer
ca. 4 Stunden 30 Minuten, inklusive zweier Pausen
Preiskategorie
Landshut, Preiskategorie A
Passau, Preiskategorie A
Straubing, Preiskategorie A
Spielort
Theaterzelt Landshut
Dreiländerhalle Passau
Theater Am Hagen Straubing

Videos

Presse

[...] Exzellent ist die Besetzung dieser 'Parsifal'-Produktion, die die Personenregie Stefan Tilchs prägnant führt. Allen voran ist der Erzähler Gurnemanz zu nennen: Stephan Bootz. Der Bass vom Staatstheater Mainz, der am Landestheater bereits in den Wagner-Partien König Marke, Wotan und Wanderer zu erleben war, interpretiert raumgreifend und spannend den Gralshüter, der eine riesige Partie hat. Eindringlich ist seine Tiefe und glanzvoll seine Höhe. Titelfigur Parsifal singt Tenor Hans-Georg Wimmer. Er zeichnet die Entwicklung vom einfachen Tor, der arglos durch die Waldwelt stapft und einen Schwan schießt, zum Erlöser, der der Welt Klingsors entflieht, eindringlich nach. Die Heldentenor mit satter Stimme, der am Landestheater schon als Tristan beeindruckte, kann auch Lyrismen. Besonders eindrucksvoll ist die Szene mit Kundry, die Erkenntnis und Entsagung. Die Opern- und Liedsängerin, die auch Professorin für Gesang und Lehrpraxis an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden ist, war eine betörende Kundry, lavierend zwischen Verführerin und Dienerin. Die Mezzosopranistin gelingt der überbordende Gefühlsausbruch ebenso wie das zarte Piano, der Imperativ ebenso wie die Unterwerfung.

[...] Vokal ist Hochachtbares zu erleben. Stephan Bootz (er war Stefan Tilchs Wotan im niederbayerischen 'Ring') ist als Gurnemanz ein Typ, aber kein harmloser, die Stimme ist von rauer Wucht. Peter Tilch gibt einen sehr menschlichen, gebrochenen Amfortas.

[...] Stefan Tilch überrascht in Landshut mit einer modernen Inszenierung von Wagners 'Parsifal' zu Ostern. Wann erlebt man schon einen kurzweiligen 'Parsifal'? Stefan Tilch gelingt das Kunststück im Landestheater Niederbayern. Er belebt Wagners umstrittenstes Werk durch eine farbsymbolisch atmosphärische Inszenierung, ermöglicht durch Videos und ironische Brechung des romantisierten Mythos einen distanzierten Blick auf das schwülstige Geschehen und beweist damit, dass auch ein kleines Landestheater ohne Stars große Oper kann.

[...] [Kundrys und Parsifals] Duett, das Ringen um irdische Liebe und Wollust versus Erlösung und Enthaltsamkeit, die Stimmungsschwankungen, der stete Übergang vom Begehren zum Hass, das gelang - man muss es so formulieren - großartig. Da durfte es bei der Premiere am Donnerstag in Landshut kalt den Rücken herunterlaufen. [...] Der von Basil H. E. Coleman geleiteten Niederbayerischen Philharmonie gelang es, während der gesamten Länge die Spannung zu halten. Ruhige Passagen wirkten nicht zögerlich, sondern nachdenklich und intensiv. Forte-Abschnitte krachten nicht, sondern behielten den weihevollen Charakter des Werks bei.

[...] Mit der Straubinger Premiere am Theater am Hagen erreichte eine langjährige künstlerische Entwicklung einen Höhepunkt und zugleich einen Endpunkt. Intendant Stefan Tilch und Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman verabschiedeten sich nach fast einem Vierteljahrhundert gemeinsamer Theaterarbeit – und taten dies mit einem Werk, das wie kaum ein anderes für Konsequenz und künstlerische Haltung steht. 'Parsifal' wurde so nicht zum Schlussakkord, sondern zur Verdichtung dessen, was diese Ära geprägt hat: die intensive Auseinandersetzung mit der Bühne, die Suche nach inhaltlicher Tiefe, die Bereitschaft, auch große Formate im regionalen Kontext ernst zu nehmen. Stefan Tilch verzichtet dabei auf vordergründige Monumentalität. Seine Inszenierung löst das Stück aus der Schwere des bloß Sakralen, ohne ihm seine Dimension zu nehmen.