Nach gefährlichen Auseinandersetzungen in seinem Job als Türsteher landet Dave durch eine Arbeitsvermittlung als Museumswächter in einer renommierten Kunstgalerie. Dave selbst weiß, was er als Mann in den frühen 2000ern dank seiner Army-Vergangenheit am besten kann: mit ein paar Blicken bedrohlich aussehen. Wie schwer kann es also schon sein, vor einem langweiligen Bild herumzustehen? Doch schnell wird klar, dass er mit der Bewachung des anstößigen Kunstwerks „NippleJesus“ eine Art Spezialauftrag erhält. Der vermeintlich abgebrühte Kerl, der bisher weder mit Kunst noch mit Jesus viel am Hut hatte, bildet sich zunehmend seine eigene Meinung zum kontroversesten Kunstwerk der Galerie und seiner Schöpferin – womit er nicht nur sich selbst überrascht. Ob dies allerdings für seinen Job förderlich oder eher hinderlich ist, zeigt sich früher, als es Dave lieb ist…
Nick Hornby liefert mit „NippleJesus“ einen humorvollen, clever pointierten Monolog, der sich munter an popkulturellen Referenzen der frühen 2000er Jahren bedient. In diese Welt schreibt er den nahbaren Charakter Dave, der sich am Kunstmarkt, den Medien und moralischen Universalansprüchen abarbeitet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Denn zwischen Provokation und Wahrnehmungsverschiedenheiten stellt sich die Frage: Wer hält hier eigentlich wen zum Narren?
Sonderveranstaltung: Am 25.10. werden um 16:00 Uhr im KOENIGmuseum Fragen nach Kunstfreiheit und Provokation aus Expert*innen-Sicht neu diskutiert.
