Text von Friedrich Kind
Hinein in die Wolfsschlucht zum Freikugeln gießen! Sechs treffen ins Schwarze, die Siebte lenkt der Teufel! Weil Jägerbursche Max, eigentlich ein treffsicherer Schütze, gerade eine Pechsträhne hat, vertraut er dem zwielichtigen Kaspar, der vorgibt, ihm beim traditionellen Probeschießen helfen zu wollen. Das nämlich muss Max gewinnen, wenn er seine geliebte Agathe heiraten will. Schwiegervater Kuno hat ihm überdies die Försterei in Aussicht gestellt. Max steht also stark unter Druck. Agathe plagen bereits düstere Vorahnungen, die auch ihre Freundin Ännchen nicht zerstreuen kann … Carl Maria von Weber schuf die romantische Oper schlechthin, vereinte die Folklore der Jägersleute mit der Nachtschwärze der Epoche. Eine Hauptrolle spielt der Wald, der für das Volkstümlich-Urwüchsige genauso steht wie für das Gespenstisch-Schauerliche. Die Anziehungskraft des Verbotenen, Morbiden, Geheimnisvollen spiegelt sich im eigenen Innenleben, im Leuchten in seelische Abgründe wider. Die geografische Nähe zum Böhmischen Wald, in dem die Oper angesiedelt ist, lässt die Burgenfestspiele Niederbayern zum idealen Schauplatz werden, wenn es „Durch die Wälder, durch die Auen“ geht.
