Die Passauer Demokratiewochen

Beschreibung

Unter dem programmatischen Motto „Wozu Demokratie?“ richtet die gleichnamige Initiative vom 2. bis zum 20. Oktober 2019 eine Veranstaltungsreihe aus. Nach einem sehr erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr in Koblenz, ist Passau die erste bayerische Stadt, die in verschiedenen Formaten dem Wesen und den aktuellen Gefahren für die Demokratie auf den Grund geht und für die Bürger der Stadt ein spannendes Podium für Diskussion und Reflexion bietet.

 

Das Landestheater Niederbayern beteiligt sich mit drei Veranstaltungen an der spannenden Initiative:

 

4. Oktober 2019, 20.00 Uhr, Kulturmodell Passau Schauspielerin Paula-Maria Kirschner stellt in der Lesung „Mit geht so Vieles durch Kopf und Herz“ die Frauenrechtlerin Marie Juchacz vor, die 1919 als erste Frau im Reichstag eine Rede hielt und im gleichen Jahr die Arbeiterwohlfahrt gründete. Noch 1932 hielt sie eine flammende Rede gegen die aufziehende Herrschaft des Nationalsozialismus, die in erschreckender Klarheit die Zukunft Deutschlands prophezeite. Musikalisch begleitet wird sie von Peter Tilch am Saxophon.

 

13. Oktober, 19.00 Uhr, Neue Galerie im Museum Oberhaus Schauspieler Reinhard Peer schließlich liest Auszüge aus einem der gleichzeitig erfolgreichsten und widerlichsten Bücher der deutschen Geschichte: Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Der Mystifizierung durch die rechte Szene wirkt Peer mit einem Überblick, der das „Werk“ als schwülstig, pathetisch, unsystematisch, stellenweise grotesk, brutal, fanatisch aber auch unfreiwillig komisch enttarnt, entgegen. Nicht neu, aber immer wieder erschreckend ist die Einsicht für die Nachgeborenen, dass alle Schrecken der zwölf Jahre dauernden Naziherrschaft von Hitler in seinem 1925 erschienen „Mein Kampf“ bereits enthalten sind: Rassenwahn, Genozid, Russlandfeldzug und im Fall des Scheiterns, die Vernichtung Deutschlands. An die Lesung schließt ein Talk an. Gemeinsam diskutieren Reinhard Peer (Landestheater Niederbayern), der Historiker Prof. Dr. Christian Geulen (Universität Koblenz-Landau) und der Geschichtsdidaktiker Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner (LMU München) die Entstehung und Rezeption des Textes sowie seine Bedeutung für die gegenwärtige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Der Talk wird moderiert von Konstantin König vom Bayerischen Rundfunk.

 

16. Oktober, 19.30 Uhr, Institut für Spaß und Gesellschaft In einem spartenübergreifenden Projekt präsentieren die Schauspieler Olaf Schürmann und Julian Niedermeier gemeinsam mit Sopranistin Mandie de Villiers die interaktive Demokratielesung des Dramas „König Ubu“ von Alfred Jarry. In einem fiktiven Polen putscht sich der gefräßige, faule, gierige und grausame Ubu an die Macht und nutzt diese schamlos für seine persönliche Bereicherung aus. Auch nach seinem gewaltsamen Sturz ist aber der Spuk nicht vorbei – Ubu zieht einfach ins nächste Land weiter. Polen ist nirgendwo. Nirgendwo ist überall. Und Ubu ist überall.

 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Veröffentlichungen der Initiative „Wozu Demokratie?“.